Herbert Schirmer . 2010


über Andreas Theurer, Katalog „Ateliers & Werkstätten“, Lübben 2010

Andreas Theurer hält die Verbindung zwischen Tradition und Moderne und baut damit zugleich eine Rezeptionsbrücke, die zwischen den figürlichen Skulpturen aus Stein und den abstrakten Gestaltungsformen aus Wellpappe vermittelt. Einerseits setzte er sich engagiert mit dem menschlichen Körper auseinander, den er in seiner realistischen Ausprägung wie ein Artefakt einer bedrohten, untergehenden Zivilisation behandelt, andererseits weist die Monumentalplastik “Himmelstor” deutliche Bezüge zur Minimal Art auf.

Sie erinnert in ihren kompakten Volumen und der geometrischen Sprache an industrielle Formen. Massiv geschlossene neben durchlässigen Einzelformen suggerieren ein Tor, das Durchlässigkeit gegenüber dem Umraum markiert und dessen zeichenhafte Signifikanz für eine Spiritualisierung der Skulptur steht. Ein künstlerisches Konstrukt, in das Eindeutigkeit, Rätsel und ironische Brechung zu gleichen Teilen eingehen. Das trifft auch auf die bestechend klare Sachlichkeit und die konstruktivistischen Elemente in den aus Wellpappe geformten Objekten zu.

Deren Intensität wird durch die zeitgenössische Obsession für das Thema Informationsgesellschaft gesteigert. Wortspiele und Textfetzen, die als fragmentarisch lesbare Typografie der konstruktiven Erscheinung des Objektes angepasst sind, transferieren die allgegenwärtigen Informationsmedien auf die Ebene sozialer Kommunikationsklischees.