Werner Stötzer . 1993


Die Kenntniss über die Arbeit des Andreas Theurer führte zu dem Wunsch einer persönlichen Begegnung mit ihm. Für mich, den Älteren, war das ein Gewinn. Der Begegnung folgte durch Neugierde ein Kennenlernen von Theurers Werk.

Auffallend war für mich, das sein Formbilden aus einer geistig-sinnlichen Betrachtung der Natur und durch Erfahrung bei der Arbeit erworben wurde. Seine Entwicklung basiert auf einem handwerklichen Können, ich kann das beurteilen, er ist nicht stolz darauf, aber er hat seine Bildhauerei darauf gegründet. Er fand dabei Maßstäbe, die das Gewicht zweier Jahrtausende für sich haben.

Es gibt bei ihm keine erdachten Theorien, es ist vielmehr die unumgängliche Suche nach dem uralten Zusammenhang zwischen Stoff und Form. In einer Zeit, da alles und auch nichts zur Kunst erklärt werden kann, schlägt er seine Skulpturen aus dem Stein, wissend um die Dauer der Arbeit. Will sagen, nicht für einen Apell, nicht für den Tag und schon gar nicht für eine Mode.

Es entsteht ein Arbeitsbild, kein Seinsbild. In diesem Arbeitsbild erscheinen nun seine Skulpturen - sie weisen sich aus durch ein Zusammengehen von bruchstückartiger Vereinzelung und schöner Ausformung der Bruchstücke zur Harmonie eines Ganzen. Bei den besten Stücken gebiert der Arbeitsprozess am Ende die Frische des Anfangs.